Das Capio Krankenhaus Land Hadeln und die Elbe Kliniken Stade-Buxtehude kooperieren bei Schlaganfallpatienten. Diagnose und Behandlung über Video-Konferenzen.
Das Capio Krankenhaus Land Hadeln in Otterndorf und die Neurologische Klinik des Elbe Klinikum Stade gehen neue Wege in der Versorgung von Schlaganfallpatienten. Die Kooperation beider Krankenhäuser sieht auch eine telemedizinische Beratung vor, die flächendeckend und heimatnah Patienten betreut. Alle Betroffenen im Einzugbereich des Otterndorfer Krankenhauses können bei Verdacht auf Schlaganfall schnellstmöglich optimal versorgt werden.
Der Kooperationsvertrag beinhaltet für das Capio Krankenhaus Land Hadeln eine gemeinsame Untersuchung der Patienten und gegebenenfalls stationäre Aufnahme in der sog. „Stroke Unit“ der Neurologischen Klinik des Elbe Klinikum Stade. Zusätzlich zur Kooperation in der Primär-/Akutbehandlung inkl. frühzeitiger Lysebehandlung sieht die Vereinbarung auch eine dauerhafte Zusammenarbeit während des gesamten Behandlungsablaufes vor.
Da beim Schlaganfall – genauso wie beim Herzinfarkt – jede Minute zählt, muss eine Behandlung sehr schnell erfolgen. Hierzu werden seit den 90er Jahren in Deutschland hochspezialisierte Schlaganfallstationen, sog. „Stroke Units“, aufgebaut. Diese Schlaganfalleinheiten sind neurologisch geleitet und um die Uhr ärztlich besetzt und so eingerichtet, dass bei Schlaganfällen eine sehr rasche Ursachenermittlung, Therapieplanung und engmaschige Überwachung der Körperfunktionen möglich sind.
Hierin ist neben der angemessenen pflegerischen Versorgung auch ein sofort verfügbares Team von Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden erforderlich. Die telemedizinische Behandlung im Capio Krankenhaus Land Hadeln durch die Neurologische Klinik des Elbe Klinikum Stade schafft die Voraussetzung, die Vorteile der Schlaganfalleinheit auch für Patienten in Otterndorf zu erschließen.
Gerade für die Bevölkerung im ländlichen Raum sind diese Schlaganfallzentren mitunter nicht schnell genug erreichbar und kleine Krankenhäuser in den meisten Fällen nicht spezialisiert. Mit Hilfe eines verbesserten Managements des Schlaganfalls durch Telemedizin sind jedoch jetzt auch Krankenhäuser in ländlichen Regionen in der Lage, die Behandlungskette zu beschleunigen. Dies geschieht heute mittels Videokonferenzen und digitaler Bildübertragung. Die technischen Voraussetzungen einer wirkungsvollen Schlaganfallbehandlung sind über die Vernetzung des Capio Krankenhaus Land Hadeln und der Elbe Kliniken bereits geschaffen.
Wie die Behandlung eines Patienten mit Verdacht auf Schlaganfall aussieht, schildert Dr. Meyer-Günther, Chefarzt Innere Medizin, vom Krankenhaus in Otterndorf: „Wird ein Patient mit Verdacht auf Schlaganfall in unser Krankenhaus eingeliefert, muss sehr schnell geklärt werden, was passiert ist, ob eine Hirnblutung die Ursache ist, oder ein Gerinnsel Blutbahnen verstopft. In 80-85 % der Fälle geht ein Schlaganfall auf eine Mangeldurchblutung des Gehirns zurück, die durch den Verschluss eines Blutgefäßes ausgelöst wurde. In den übrigen 15-20 % sind Blutungen aus einem Blutgefäß des Gehirns die Ursache. Um welche Form des Schlaganfalles es sich handelt, ist nur durch Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) festzustellen. Nach der Computertomographie-Untersuchung in unserem Krankenhaus übertragen wir die Bilder umgehend in die Neurologische Klinik im Elbe Klinikum Stade. Mittels Video-Konferenz werden die Patienten gemeinsam untersucht und die Möglichkeiten einer Lysetherapie (Auflösung des Gerinnsels) erörtert. Für die Betroffenen zählt dabei jede Minute, denn die Wahrscheinlichkeit, an Sauerstoffmangel leidende Zellen zu retten, wird mit jeder Minute geringer. Das Zeitfenster für eine Lysebehandlung ist besonders eng. Wird sie innerhalb der ersten drei Stunden nach Beginn der ersten Symptome eingesetzt, sind die guten Chancen zu einer deutlichen Besserung wissenschaftlich nachgewiesen. Allerdings ist die Lysebehandlung nicht für alle Patienten geeignet, denn sie bringt das Risiko von Blutungen mit sich. Im interdisziplinären Team mit erfahrenen Neurologen wird festgelegt, welche Art der Schlaganfallbehandlung für den jeweiligen Patienten die beste ist.“
Aufgrund einer 24-Stunden-Bereitschaft der Neurologischen Klinik im Elbe Klinikum Stade, kurzfristiger fachärztlicher Videokonferenzen und schneller Diagnose und Behandlung im Otterndorfer Krankenhaus können Risiken nach dem Schlaganfall deutlich minimiert werden. Sollte im Einzelfall eine stationäre Verlegung in die Stroke Unit der Neurologischen Klinik der Elbe Kliniken Stade-Buxtehude erforderlich sein, stellt ein Transfer (50 km) für den betroffenen Patienten kein Risiko dar, weil über die Telemedizin vorher ausreichend Zeit gewonnen werden konnte. In den meisten Fällen ist jedoch über die Informationskooperation und mittels modernster Übertragungstechniken eine leitliniengerechte Versorgung im Capio Krankenhaus Land Hadeln gewährleistet.
Das Kliniknetzwerk zwischen dem Otterndorfer Krankenhaus und den Elbe Kliniken Stade-Buxtehude ist nach Aussage des Verwaltungsdirektors Manfred Junge vom Capio Krankenhaus Land Hadeln „ein Musterbeispiel für eine flächendeckende Schlaganfallversorgung auch in ländlichen Regionen.“
